"Die Hölle Westdeutschlands"

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Dortmunder Norden eine eigene Polizeidienststelle eingerichtet, um das von Arbeitern bewohnte und als politisch unzuverlässig eingestufte Viertel zu kontrollieren. Nach dem Umzug in die Steinstraße 50 im Jahr 1906 galt dieser Ort bald als die Zentrale der Polizei in Dortmunds Norden und erhielt schnell den Beinamen „Steinwache“.

Um das Polizeipräsidium zu entlasten, wurde die Polizeiwache zwischen 1926 und 1928 ausgebaut und um einen Zwischenflügel sowie ein Polizeigefängnis erweitert. Das Gefängnis, in dem sich heute die Mahn- und Gedenkstätte befindet, galt gegen Ende der Weimarer Republik als eines der modernsten in Deutschland.

Mit dem Auftreten der Gestapo im Gefängnis seit 1933 wurden einige Bereiche des Zellentraktes zur Folterung und Erpressung von Geständnissen politischer Gegner missbraucht. Bis zum Ende der NS-Herrschaft war die Steinwache eine der berüchtigsten Folterstätten der Region und erlangte als „Hölle Westdeutschlands“ traurige Berühmtheit. Von 1933 bis 1945 waren hier über 66.000 Menschen inhaftiert, etwa 30.000 von ihnen aus „politischen Gründen“.

1987 beschloss der Rat der Stadt Dortmund, die bisher im Museum am Westpark gezeigte Ausstellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933-1945“ dauerhaft in der Steinwache unterzubringen. Am 14. Oktober 1992 konnte die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache mit ihrer ständigen Ausstellung eröffnet werden. Sowohl die Mahn- und Gedenkstätte als auch die ständige Ausstellung werden vom Stadtarchiv Dortmund betreut.

 



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